FINRA-Regel 4512: SEC genehmigt elektronische Signaturen

Michael Magrath, 29. Mai 2019

Da Banken und andere Finanzinstitute ihre Geschäftsprozesse weiter modernisieren, um die Betriebskosten zu senken und das Kundenerlebnis im Rahmen einer übergreifenden digitalen Transformation zu verbessern, haben veraltete Vorschriften dazu geführt, dass einige Ansätze an die Wand gestoßen sind. 

Aktualisierung der FINRA-Regel 4512 für elektronische Signaturen

In der Maklerbranche ist die Aufsichtsbehörde für die Finanzindustrie (FINRA) Regel 4512 (a) (3) (Kundenkontoinformationen) ist ein Beispiel. In Bezug auf Ermessenskonten mussten Mitgliedsunternehmen bis vor kurzem die „nasse“ Unterschrift jeder benannten natürlichen Person einholen, die befugt war, auf einem Konto Ermessensspielräume auszuüben. 

Die Mitglieder beschwerten sich darüber, dass diese veraltete Anforderung die Betriebskosten erhöhte, ohne den Anlegern einen sinnvollen Sicherheitsschutz zu bieten. Darüber hinaus wurden die Wettbewerbsbedingungen zugunsten von Anlageberatern verbessert, die seit einiger Zeit in der Lage sind, Kundenunterschriften elektronisch zu erfassen, wahrscheinlich bereits seit dem Inkrafttreten des Uniform Electronic Transactions Act (UETA) und der Electronic Signatures in Global und National Commerce Act (ESIGN Act). 

Wie Sie sich vorstellen können, würden Kunden die Kontoformulare aus dem Internet herunterladen, um sie zu erfüllen, oder sie per E-Mail senden lassen. Anschließend druckten sie die Formulare aus, unterschrieben sie manuell und scannten sie, um sie per E-Mail zurückzusenden. In Fällen, in denen der Kunde das Formular zurückschickt, müsste das Unternehmen es zur elektronischen Archivierung scannen.

Um die Bedenken der Mitgliedsunternehmen auszuräumen, reichte die FINRA im November 2018 bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) einen Änderungsvorschlag zu Regel 4512 (a) (3) ein, um elektronische Signaturen für diese Kontoformulare zuzulassen Mehrstufiger, lästiger Prozess für den Kunden und zeitaufwändig für die diskretionären Konten des Unternehmens. Am 16. April 2019 genehmigte die SEC die Regeländerung. Zweifellos sorgte diese Genehmigung an der Wall Street für ein glückliches Lächeln.

Die aktualisierte FINRA-Regel 4512 (a) (3) trat am 6. Mai 2019 in Kraft.

 

Celent-Fallstudie zur digitalen Transformation im Personal Banking (BMO)

Diese Fallstudie bietet einem Analysten einen Einblick in den unternehmensweiten Shared-Services-Ansatz des BMO für die elektronische Signatur. Dieser Celent-Bericht enthält zahlreiche Messdaten und Best Practices und einzigartige Einblicke für IT-, Geschäfts- und Compliance-Stakeholder.

Fallstudie lesen

Andere Vorschriften zur Erleichterung der digitalen Transformation: Das MOBILE Act

Im Mai 2018 wurde die Gesetz über Wirtschaftswachstum, Rechtshilfe und Verbraucherschutz wurde Gesetz. Das Gesetz beseitigte viele der Vorschriften, die den Banken nach der großen Rezession auferlegt wurden. Es ist auch von besonderer Bedeutung für Mobile Banking und elektronische Signaturen.

Das Gesetz enthält eine Bestimmung namens MOBILE Act (Online-Banking-Initiierung legal und einfach gestalten). Diese Bestimmung erleichtert es Finanzinstituten, neue Kunden aus der Ferne zu gewinnen, ohne dass der Kunde zu einer Filiale reisen muss, um den Prozess abzuschließen.

Innerhalb des Gesetzes ist ein Finanzinstitut definiert als:

  • Eine versicherte Hinterlegungsstelle
  • Eine versicherte Kreditgenossenschaft
  • Jede Tochtergesellschaft eines versicherten Hinterlegungsinstituts oder einer versicherten Kreditgenossenschaft

Banken können jetzt einen vollständig digitalen Onboarding-Prozess erstellen, indem sie einen Scan oder eine digitale Kopie des von der Regierung ausgestellten Ausweises eines neuen Kunden, z. B. eines Führerscheins, überprüfen. Während einige Staaten den Banken bereits gestattet haben, einen gescannten Führerschein als Identitätsnachweis zu akzeptieren, macht das MOBILE-Gesetz ihn auf nationaler Ebene legal. Von dort aus kann der Kunde die erforderlichen Formulare ausfüllen und Daten online oder mobil eingeben und sogar Dokumente mit einer elektronischen Signatur signieren, um den Prozess abzuschließen.

Das Schlüsselwort hier ist "Bank". Das MOBILE Act gilt nicht für Maklergeschäfte. Nachdem die Hürde nach FINRA-Regel 4512 genommen wurde, bleibt abzuwarten, ob neue Rechtsvorschriften eingeführt werden, die es Maklern ermöglichen, dasselbe zu tun und ihre digitale Transformation weiter voranzutreiben. 

E-Signatur-Ressourcen für Broker-Händler und Finanzberater

 

Dieser Artikel, verfasst von Michael Magrath, Director, Global Regulations & Standards, erschien erstmals am 6. Mai 2019 am CSO Online . Nachdruck mit freundlicher Genehmigung. © IDG Communications, Inc., 2018. Alle Rechte vorbehalten.

Michael Magrath ist dafür verantwortlich, die Roadmap für die OneSpan-Lösung weltweit an Standards und behördlichen Anforderungen auszurichten. Er ist Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Government Deployment der FIDO Alliance und Mitglied des Board of Directors der Electronic Signature and Records Association (ESRA).